Die Welt zu Gast bei Freunden

2006 war ein besonderes Jahr für Deutschland. Es war erst das zweite Mal, dass dieser Wettbewerb in Deutschland stattfand. Das erste Mal war 1974 und wir haben zu Hause gewonnen. Entsprechend groß waren die Erwartungen 2006. Gewonnen haben wir dann jedoch nicht, aber etwas viel schöneres ist passiert.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden nationale Symbole – also auch die deutsche Flagge – nur bei offiziellen Anlässen benutzt. Die deutsche Flagge wehte auf Amtsgebäuden oder wurde von deutschen Athleten bei internationalen Wettkämpfen getragen. Das war alles.

Wir haben in der Schule weder eine Flagge gehisst, noch die Nationalhymne gesungen – vielleicht einige Male im Musikunterricht, aber nicht regelmäßig als Zeichen unseres Nationalstolzes. Denn: Nationalstolz wurde systematisch abgeschafft.

Und dabei gibt es heute sicherlich einige Dinge, auf die wir stolz sein können. Trotzdem wurde „Nationalstolz“ immer wieder mit dem Nationalsozialismus und dem zweiten Weltkrieg verbunden. Und daher durften wir NICHT stolz sein – auf GARNICHTS.

 

Die Welt zu Gast bei Freunden - magicGerman.de
Urheber: René Stark – https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Wm-oly-de-cr.jpg

 

Das änderte sich 2006 – und es zeigte sich in den hunderttausenden von Fahnen, die überall in Deutschland wehten. Niemals zuvor hatte ich so viele Fahnen auf einmal gesehen. Aber wir waren stolz darauf, diese Weltmeisterschaft in unserem Land zu haben. Und wir waren stolz und freuten uns auf die Gäste aus aller Welt. Entsprechend war das Motto der Weltmeisterschaft:

Die Welt zu Gast bei Freunden!

Die offiziellen Übersetzung ins Englische („A time to make friends“) hat leider den Grundgedanken nicht wiedergegeben (so ist das manchmal bei Übersetzung). Dafür hat sich das Motto in allen Veranstaltungen und der allgemeinen Stimmung in ganz Deutschland widergespiegelt: Deutschland empfing Freunde aus der ganzen Welt mit offenen Armen. Es wurde zusammen Fußball gesehen und gefeiert. Im ganzen herrschte eine sehr ausgelassene, aber stets freundliche Stimmung. Und wir waren stolz darauf!

Trotzdem gab es Menschen, die das nicht gut fanden. Sie fragten, ob es wirklich gut sei, soviel Nationalstolz zu zeigen. Das war 61 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges… und wir reden über Fußball – nicht über Weltpolitik.

2006 ging in die Geschichte ein, als das Jahr mit dem „Sommermärchen“.

Hast du ähnliche Erinnerungen? An ein (Fußball-) Ereignis oder ein Jahr, das viel verändert hat? Ich würde mich freuen darüber in den Kommentaren zu lesen. Bis bald.

 

Ein Sommermärchen: Die Welt zu Gast bei Freunden
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